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Streckenverlauf

Die Entfernung von Porto nach Santiago de Compostella beträgt reichlich 250 km.

Camino portugues 05.04.2015 - 16.04.2015

Der erste Weg, den ich mal nicht allein, sondern mit meiner Freundin Manuela in Angriff nehme. Wir hatten berufstechnisch nur 12 Tage, deswegen wählten wir die Strecke von Porto nach Santiago.

Tag 1

05.04.2015 - Anreise Porto

Zur Anreise und Abreise nutzten wir die Sparangebote der Bahn, um zu den Airports zu gelangen. So gings dann auch Richtung Berlin Schönefeld. Am Abend startete unsere Boeing 737 nach Porto. Es war ein klarer Abend, keine Wolke trübte die Sicht während des Fluges. Während wir Paris überflogen, konnte man sogar den beleuchteten Eiffelturm erkennen.

Der Flughafen liegt 12 km außerhalb Portos, wir wollten am nächsten Tag hinlaufen. Es war schon fast Mitternacht, deswegen nahmen wir das Park Hotel Porto Aeroporto in Flughafennähe. Ein Absacker-Bier gab's aber trotzdem noch :-)

Tag 2

06.04.2015 - Maia - Porto

Nach nem nicht ganz so gutem Frühstück ging es zunächst durch die Vororte Portos, wie bei vielen Großstädten nicht ganz so prickelnd zu laufen, aber es ging. Die Portugiesen fahren vorsichtig und Fußwege waren durchgängig vorhanden. Das Wetter meinte es gut und wir kamen schnell voran. Erste Pilger begegneten uns. Wir selbst waren eingelaufen, hatten am vorangegangenem Wochenende erst eine ordentliche Sportwanderung gemacht (38 km, 1400 Höhenmeter).

Porto selbst hat etwa die Größe von Chemnitz und liegt am Fluß Douro, der nicht weit von der Innenstadt in den Atlantik mündet. Zeitig angekommen, erkundeten wir die City, unsere Jugendherberge Porto Pousada Juventude macht erst 18 Uhr auf. Ne Stadtkarte hatten wir am Flughafen schon geschenkt bekommen. An der Kathedrale (Sé do Porto) holten wir uns den ersten Pilgerstempel (Carimbo) und nach dem Genießen der Aussicht von dort über die Stadt ging es bergab an den Fluß. Dort pulsiert das Leben an der Promenade, in Cafe's. Ich ließ mir dort auch die Sonne auf den Bauch scheinen, während Manu nochmal zur Kathedrale und auf die große Brücke lief.

Die Zeit bis zur Herbergsöffnung war dann auch schnell vergangen, wir checkten ein und gingen in ein Restaurant gegenüber essen. Ein wunderschöner Regenbogen ließ unseren 1. Tag ausklingen.

Tag 3

07.04.2015 - Vilar do Pinheiro – Rates

Die Strecke, die wir gestern nach Porto hineingelaufen waren, fuhren wir mit der Metro zurück, denn von dort waren es heute noch 22 km bis nach Rates zu gehen. Doch erst ging es etwa 3-4 km zu Metrostation Casa da Musica, unsere Herberge lag nämlich in der Nähe der Douromündung.

Nach nicht allzu langer Zeit landeten wir dann auch am bestens ausgeschilderten Camino portugues, der allerdings auf portugiesischer Seite sehr viel an Straßen entlang führt. Oft standen hohe Mauern am Straßenrand, so dass entgegenkommender Verkehr nur schlecht auszumachen ist. Ab und an gibt es gut ausgeschilderte Ausweichrouten, am Anfang zögerte ich noch, meine gespeicherten gpx-Daten hatten mich noch nie in die Irre geführt, aber später liefen wir diese Strecken. Irgendwann kamen wir denn doch in ländlichere Gefilde, die südliche Flora gab sich zu erkennen, Manu kennt die Namen der Pflanzen, für mich sah es nur schön aus :-)

Die erste Herberge war schnell gefunden, die Hospitalera noch nicht vor Ort, deswegen ging es in die nächste Bar zum Entspannen bei nem Bier. Später kamen wir mit ersten Pilgern ins Gespräch, checkten in die Pilgerherberge ein und nach dem üblichen Prozedere ließen wir den Abend in einem kleinen Cafe mit Pilgermenü und Bier ausklingen. Für Manu war dann auch die erste Nacht in ner Massenunterkunft sehr gewöhnungsbedürftig: Schnarcher, Schlafsack, stickige Luft, zeitige Nachtruhe :-)

Tag 4

08.04.2015 - Rates - Portela de Tamel

Nachdem wir in dem Cafe vom Vorabend gefrühstückt hatten, ging es auf den zunehmend schöneren Weg. Viele Apfelsinen- und Zitronenbäume standen am Wegrand, wir haben's verpennt uns da mal paar zu pflücken. Meist liefen wir nach nem bewährten Schema: Wir standen relativ spät auf am morgen, grad so, dass wir es schafften die Herberge pünktlich zu verlassen (soll meist 8 Uhr pilgerleer sein). Nach nem Frühstück liefen wir die ersten 10 km durch, die restlichen 10-20 km gingen wir dann relaxter an. So bummelten wir in Barcelos durch die Stadt, setzten uns in ein Cafe. Ein zahnloser Ire erzählte uns noch, dass die Heiligen in der Kathedrale hier alle zu böse dreinschauten.

Am Nachmittag zog sich dann der Himmel bischen zu, es regnete. Dazu kam noch ein ordentlicher Anstieg am letzten Berg vor unserer Herberge. Diese war aber top betreut und gegenüber war ein Restaurant. Man traf jetzt schon wiederkehrend diesselben Pilger in den Herbergen, man kannte sich und wir hatten Glück, es waren alles symphatische Leutchen. Und so konnten wir auch diesen Tag mit nem guten Essen und etwas Alkohol entspannt verabschieden. Sogar die Kirchenglocken wurden ab 21 Uhr abgestellt, damit alle im Ort fein schlafen können :-)

Tag 5

09.04.2015 - Portela de Tamel - Ponte de Lima

Frühstück gab's heute später, das Restaurant vom abend hat noch geschlossen. Der Weg führte heute entschieden weniger an Straßen entlang, es ging oft durch Wald und Flur, ein genüßliches Wandern. Auf knapper halber Strecke sahen wir dann in einer Art Gartensiedlung das Schild "Casa Fernanda", ein schön naturbelassenes friedliches Fleckchen Garten mit Häuschen. Wir hatten unterwegs schon gehört, dass man hier auch übernachten kann. Wir wollten aber nur frühstücken und gingen hinein. Eine flotte hübsche Frau bediente da schon an die 4-5 Pilger. Und superfreundlich setzte sie gleich noch nen Kaffee für uns auf und brachte selbstgebackenen Kuchen.

Naheliegend war natürlich die Frage, wieso man aus nem Gartengrundstück ne Pilgerherberge macht. Es war Zufall, meinte sie. Einige Jahre vorher hatte sie eine Pilgerin um Hilfe gebeten, sie konnte nicht mehr und es gab keine Unterkünfte in der Gegend. Fernanda ließ sie in ihrem Gartenhaus schlafen. Die Dame war begeistert von der Hilfsbereitschaft und stellte die Info ins Internet. Seitdem kamen immer mehr Pilger zu ihr und da sie ihren Beruf krankheitsbedingt eh aufgeben musste, war es seitdem ihr Job, Hospitalera von ganzem Herzen zu sein.

Über Felder und durch kleine Ortschaften ging es Ponte de Lima entgegen. Ein netter Ort am Rio Lima, nur leider baute grad der Zirkus auf und es dudelte gräßliche Musik über den Fluß. Ich testete schon mal die neben der Herberge liegende Bar, während Manu noch nen Stadtbummel hinlegte. Die Herberge öffnete überpünktlich 16 Uhr, da eine sehr unlustige junge Frau hier Dienst schob. Sie beantwortete alle anstehenden Fragen schon mal mit "Nein", um jeglicher Arbeit aus dem Weg zu gehen. Nach nem nicht so leckerem Tagesmenü in der Bar und nem gemütlichem Abendtrunk mit anderen Pilgern ging es zu Bett. Die Herberge war eigentlich ganz ordentlich, aber die Klientel heute Nacht war überirdisch laut. Es schnarchte aus jeder Ecke und es war muffig, wenn einige Frostis nachts das Fenster schlossen. Wenn ich es mitbekam, machte ich es wieder auf. Jedenfalls war es eine der weniger guten Nächte auf dem Weg oder wir hatten zuwenig getrunken :-)

Tag 6

10.04.2015 - Ponte de Lima - Cerdal

Frühstück wieder mal in der Bar vom Vorabend, danach ging es kurz hinter der Stadt ins Grüne. Ein schöner Weg mit viel Wald erwartete uns, aber auch ein ordentlicher Berg. Wir wußten noch nicht genau, bis wohin wir heute laufen wollten. In Rubiaes gab es eine Herberge, aber am Vorabend hatten wir ein Plakat in der Bar hängen sehen von einer schönen privaten Herberge 10 km weiter. An einer Art Imbisswagen nahmen wir nen Kaffee und sprachen mit einem jungen Holländer, er war einer der wenigen Pilger, die den Weg in Gegenrichtung liefen, Richtung Fatima. Nachdem wir den Berg gut gemeistert hatten und viel zu zeitig an der Herberge in Rubiaes ankamen, entschieden wir uns weiterzulaufen.

Das wurde belohnt, denn in einem kleinen Dorf wartete eine wunderhübsche private Herberge auf uns. Ein Kanadier, Geoffrey, hatte das Haus hier gebaut um es als Pilgerherberge zu betreiben. Er war diesen Weg mehrmals gelaufen und fand diesen Ort wie gemacht für sein weiteres Leben. Alles war top gepflegt und wir wurden liebevoll betreut. Abends wurde gemeinsam gekocht und gegessen und Geoffrey philosophierte bischen. Ein erholsamer Schlaf in absoluter ruhiger Umgebung erwartete uns danach. Und das alles auf Spendenbasis.

Tag 7

11.04.2015 - Cerdal - O Porriño

Auch das Frühstück heute wurde gemeinsam eingenommen, bevor jeder für sich auf den Weg ging. Die Landschaft sah schön aus am Morgen, die Flure lagen noch halb im Nebel und der Tau bedeckte alles. Stunden später kamen wir nach Valença, der letzten Stadt in Portugal. An einer großen Festung vorbei ging es hinab zum Grenzfluss, dem Rio Miño. Der Himmel war blau als wir auf die spanische Seite, nach Tui wechselten.

An der Kathedrale vorbei, durchquerten wir den Ort, danach wurde es wieder ländlicher. In den Bar's bekam man jetzt Paella oder andere kleine Snacks zu seinen Getränken gereicht, als Geschenk einfach. Auf portugiesischer Seite waren es meist Oliven oder Chips. Bevor wir den kleinen Ort O Porriño erreichten, mußten wir noch mehrere Kilometer durch dessen gräßliches Industriegebiet. Die Herberge lag am Ufer des Río Louro. Es war unsere erste spanische Herberge auf dem Weg. Sie hatte alles, was man brauchte, aber war nicht ganz so hübsch wie die vorangegangenen Herbergen. Am Ende des Weges resümierten wir, dass uns die portugiesischen Herbergen besser gefallen hatten.

Nach ausgiebigen kulinarischen Genüssen in der Stadt (nach intensivem WiFi'ing im Cafe gab es heute Pizza), setzten wir uns noch zum Tagesausklang mit ner Flasche Wein und nem würzigen Käse in die Sonne am Fluss.

Tag 8

12.04.2015 - O Porriño - Redondela

Nach dem Frühstück in nem Cafe führte der Weg zunächst paar Kilometer aus der Stadt raus, ehe man wieder was anderes als Asphalt unter den Füßen hatte. Abwechslungsreich wie an den meisten Tagen war die bewanderte Landschaft, Wald, Fluren, kleine Ortschaften. Überall sattes Grün bei blauem Himmel. Ein kleiner Hund folgte uns paar Kilometer, ist zwar süß, aber man hofft dann immer, dass er wieder zurück findet. Mitnehmen geht nun mal nicht :-)

Wir durchquerten den kleinen Ort Mos, wo einige unserer Mitpilger übernachtet hatten, danach ging es wieder mal steil bergan. Viele Menschen liefen eilig zur Kirche, es war Sonntag und die meisten Spanier sind streng katholisch. Wir besuchten dagegen eine Bar am Gipfel und liefen danach schon bergab gen Redondela.

Die Herberge lag mitten im Zentrum, eine Art Festungsturm, Restaurant mit Pilgermenü um die Ecke. Wir waren zeitig da, deswegen ging es nach dem Einchecken noch durch die Stadt. Manu wollte noch einen Strand suchen, denn Redondela liegt an einer Bucht am Atlantik. Das jedoch stellte sich als nicht so einfach heraus, wir mußten nochmal 5 km nervige Vorstadtstraßen entlang laufen bis es einen Sandstrand und einen Zugang dahin gab. Nach paar Bierchen jedoch und Manu's Sonnenbad ging es wieder zurück ins Zentrum von Redondela. Abends liefen wir noch bis zum höchsten Punkt der Stadt und genossen den Sonnenuntergang. Bei Bier und gutem Essen beschlossen wir dann den Tag.

Tag 9

13.04.2015 - Redondela - Pontevedra

Nach dem Frühstück im Cafe auf der anderen Straßenseite ging es auf den landschaftlich heute sehr schönen Weg. Nur wenige Ortschaften, wie der kleine Ort Arcade waren zu durchqueren. Eine ganze Weile noch sah man durch die Bäume hindurch die Meeresbucht Ria de Vigo. Der Weg kann eigentlich kaum verfehlt werden, überall findet man die blau-gelbe Muschel, gelbe Pfeile, aufgetürmte Steine oder andere Dinge, welche die Pilger unterwegs so produzieren (wie das Herz aus Tannenzapfen im Bild unten).

Etwa 5 km vor unserem Zeil sahen wir an einem Gartengrundstück ein Schild "Getränke, Essen, aber nur kleine Häppchen". Wir schauten rein und ein älterer Spanier begrüßte uns in perfektem Deutsch. Er hatte in Deutschland gearbeitet und ist nun pensioniert. Ihn freute es, noch eine Aufgabe zu haben, er brachte uns Kaffee und Kuchen, rieb Manu's schmerzenden Fuß ein. Er war ein lustiger, absolut symphatischer Typ. Zudem lagen dort noch zuckersüße tage- oder wochenalte Hundewelpen in der Sonne.

Angekommen in der Herberge am Bahnhof von Pontevedra entspannten wir zunächst auf der großen Wiese davor in der Sonne ehe es in Stadt ging. Mir war der Trubel im Zentrum etwas zuviel, ich wollte nur was essen, Manu bummelte danach noch allein durch die Stadt. In der Herberge wunderte ich mich am Abend wo die laute Musik herkam. Gegenüber war nur ein Schuttplatz. Doch plötzlich kam Bewegung auf zwischen dem Müll, Lichter gingen an. Da lebten wirklich Leute. Was diese wohl dazu bewegt hat?

Tag 10

14.04.2015 - Pontevedra - Caldas de Reis

Zum Sonnenaufgang ging es über den Fluß Rio Lérez aus Pontevedra heraus. Schnell landeten wir auf schönen Waldwegen und nach 10 km gab eine junge Frau Werbeflyer für ihr Cafe in einem kleinem Dorf aus. Das Dorf hatte nur 2 Cafe's, derartig wurde selbst in kleinen Orten um die Gunst der Pilger und Touristen konkurriert. Wir nahmen das Angebot dankend an und bekamen noch ne Jakobsmuschel zu unserem Kaffee geschenkt.

Der Weg führte weiter durch kleine Dörfchen, ab und zu auch Straßen entlang. Lange Zeit war keine Bar in Sicht, dafür stellen aber Leute auch häufig Getränkeautomaten an ihr Grundstück. So bedienten wir uns heute mal da. Angekommen in Caldas de Reis, führt unser Weg zuerst über die römische Brücke zur Pilgerherberge. Ich fand sie besser als ihr Ruf, nur die dort empfohlene Bar, um unser "Abendmahl" einzunehmen, war zwar mit nem schönem Biergarten versehen, aber der unlustige Kellner ließ uns schmoren. So setzten wir uns abends an den Río Umia in ein Cafe.

Vorher jedoch machten wir noch ein Fußbad in dem heißen Wasser der Heilquellen hier und besuchten den Wasserfall etwa 5 km vom Stadtzentrum entfernt.

Tag 11

15.04.2015 - Caldas de Reis - Teo

Weiter ging es auf schönen Waldwegen Richtung Padron. Unterwegs dahin hielt uns ein Bauer an und schenkte Manu ein vierblättriges Kleeblatt, später auch mir. Er erzählte und erzählte, obwohl ich ihm sagte dass wir kein spanisch verstehen. Das hielt den freundlichen Mann aber nicht davon ab :-) Padron selbst war wichtig für die Jakobusgeschichte, da hier laut Legende das Schiff festmachte, welches den Körper des Apostels Jakobus beförderte. Der Ort selbst war nicht sehr hübsch, wir wollten eh weiter. Die Kirche, wo der römische Meilenstein lag, der Namensgeber für den Ort war, wurde zudem grad zugeschlossen. Also Kaffeepause und weiter ...

Der weitere Weg wurde jetzt straßenlastiger und es begann wieder zu regnen. In Teo angekommen, fanden wir erstmalig keinen Hospitalero vor, die Herberge war aber offen und wir konnten erstmal duschen und Betten mit den Netzgarnituren beziehen. Der Regen wurde stärker und so ging ich erstmal auf Ausschau, wo man sich im Umkreis der relativ abgelegenen Herberge versorgen kann mit Speis und Trank. Etwa 500 m weiter gab's eine Bar, hier gingen wir dann auch am Abend essen und trinken. Den Hospitalero bekamen wir aber nicht mehr zu Gesicht, deswegen gibt es von hier auch keinen Stempel in den Credential. Dafür aber aus der Bar :-)

Tag 12

16.04.2015 - Teo - Santiago de Compostella / Abreise

Frühstück gab es heute erst nach einigen Kilometern im Regen im nächsten größeren Ort. Doch der Regen legte sich im Laufe des Vormittags und so marschierten wir die letzten Kilometer Richtung Santiago. Der Weg wurde optimal gelegt, so dass wir erst kurz vorm Stadtgebiet herunter von den Naturwegen auf die Straßen mußten. Allerdings war schon noch ne ordentliche und bergige Vorortstrecke zu bewältigen. Doch bald schon standen wir vor der Kathedrale, unsere weitere Vorgehensweise hatten wir abgesprochen, da abends schon unser Rückflug ging.

Wir gaben unsere Rucksäcke ab, da diese nicht mit in die Kathedrale durften und besuchten zunächst das Grab des Apostels und umarmten seine Statue im Altar. Das ist ein Muss für jeden Jakobspilger, am Grab gab jeder seine Wünsche ab oder sprach Gebete. Danach, gegen 12 Uhr begann auch schon die Pilgermesse. Besonders schön fand ich dabei den Gesang einer Nonne, sie hatte ne liebliche, klare Stimme, die Kathedrale den dazu förderlichen Klangkörper.

Im Pilgeroffice holten wir darauf unsere Compostella, die Namen in eine lateinische Übertragung zu transferieren, treibt schon manchmal kuriose Blüten :-). Jetzt noch die Fotos vor der Kathedrale, auf dem camino frances sagte mir mal ne Spanierin, man müsse sich davorlegen. So machte das dann auch Manu, ich hatte mein "Liegefoto" noch von früher :-). Vielleicht war es aber auch geschwindelt von mir und ich wollte sie nur mal vor mir liegen sehen? Wer weiß :-)

Das schöne Pflichtprozedere war erstmal gemacht und so ging es zunächst erstmal in ein Restaurant. Danach bummelte Manu noch etwas durch Santiago, während ich in nem Cafe auf unsere Rucksäcke aufpasste. Doch irgendwann mussten wir :-(, die Bushaltestelle zum Airport war schnell gefunden und wir standen fast schon zu spät am Ryanair-Schalter. Bye bye schönes Spanien, bye bye schönes Portugal ...

Nach der Landung standen uns noch gräßliche 12 Stunden Rückreise von Frankfurt / Hahn bevor, davon 4 Stunden Aufenthalt im Hauptbahnhof Frankfurt/Main. Nein, dort sah man nicht viele normale Menschen nachts :-). Der Alltag hatte uns schnell wieder ...