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Finnland - Nordkap (Norwegen) 12.07.2019 - 23.07.2019

Alles mal probieren ... Nach dem Motto ging die Reise diesmal allein durch Finnland und ans Nordkap. Mit dem Wohnmobil erwartete mich eine entspannte Reise mit einigen Highlights.

Tag 1

Fahrt nach Travemünde - Check-In

Es war ungewohnt allein zu reisen, ursprünglich wollte ich mit Manu fahren, aber es kam was dazwischen. Etwa 4 Stunden verbrachte ich im Fährhafen ehe mein kleiner Camper verladen wurde.

Tag 2

Fähre von Travemünde nach Helsinki

Weniger entspannt war die Hinreise mit der Fähre. 1132 km und 29 Stunden hatte ich unterschätzt. Wegen des schon hohen Preises hatte ich keine Kabine, nur Schlafsessel gebucht. Auf dem Oberdeck der Finnmaid war es nachts kühl und am nächsten Tag erwartete mich eine Blasenentzündung. Die Fähre machte ordentlich Betrieb, so dass man nur kurzzeitg auf's Deck konnte, es war extrem windig. Im nachhinein ist man meist klüger, nächstes Mal würde ich in Tallinn übersetzen, zumal die polnische, litauische bzw. estnische Ostseeküste sehr schön sein soll.

Tag 3

Helsinki - Espoo

Nach Abfahrt von der Fähre war der Plan im Rastila Camping Helsinki zu übernachten und Helsinki zu besuchen. Da war aber leider voll und so fuhr ich 30 km weiter auf den Sun Camping Oittaa Espoo. Man sollte sich in Finnland gleich angewöhnen die Geschwindigkeiten einzuhalten, die Bußgelder hier tun richtig weh :-) Deswegen ist die Fahrerei auch etwas anstrengend, nur die schöne Landschaft genießen, ist nicht. Möglichst Tacho immer im Blick haben. Auf dem Campingplatz angekommen, wanderte ich erstmal am See entlang und später packte ich das Fahrrad aus für eine längere Tour.

Tag 4

Helsinki - Turku

Meist handhabte ich es so, dass ich vormittags den Ort wechselte und fuhr und am Nachmittag mit Rad oder zu Fuss die Gegend erkundete. So ging es heute auf den Ruissalo Campingplatz, etwa außerhalb von Turku. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Rad in die Stadt und besuchte da ein Mittelalterfest mit Turnierkämpfen. Ansonsten war die Stadt nicht sehr ansehnlich, ich genoß den Abend da lieber am Ausläufer des Schärenmeers, an dem der Campingplatz liegt.

Tag 5

Turku - Vaasa

Bei trübem Wetter auf dem Campingplatz Top Camping Vaasa angekommen, marschierte ich erstmal in die Stadt einkaufen. Meist aß ich erst abends warm, die gut ausgestatteten Campingplätze hatten alle saubere Küchen, so dass ich meinen Camping-Herd nie wirklich brauchte. Durchschnittlich 25 € bezahlte ich für einen Campingplatz. Lebensmittel sind hier nur wenig teurer als in Deutschland, aber billiger als in Norwegen. Nur Bier, das wusste ich, war teuer. Deswegen hatte ich 2 Kästen mit :-)

Tag 6

Vaasa - Oulu

Die Sonne kam langsam immer mehr durch auf der Fahrt nach Oulu. Die größte Stadt im Norden besitzt einen wunderschönen Strand und der riesige Campingplatz war top ausgestattet. Auf Erkundungstour mit dem Rad sah ich mit Oulu auch die erste recht schöne Stadt in Finnland. Historische Villenviertel mit Kanälen und viele Rad- und Wanderwege machten den Aufenthalt hier entspannend. Den Abend aber verbrachte ich natürlich am Beach :-)

Tag 7

Oulu - Rovaniemi

Heute ging es weg von den Schären ins Landesinnere, in die Hauptstadt Lapplands - Rovaniemi. Der Ounaskoski Camping Rovaniemi liegt am Fluss Kemijoki. Natürlich schnappte ich mir als Erstes das Rad um die 8 km ins Arctic Circle Center am Polarkreis zu fahren. Hier ist auch der Briefkasten für den Weihnachtsmann und paar Kilometer weg das Weihnachtsmanndorf. Natürlich Kommerz, aber hier war nichts überlaufen.

Zum Video: Nicht viel Verkehr hier :-)

Tag 8

Rovaniemi - Inari

Auf der Fahrt nach Inari waren sehr viele Elche unterwegs, für mich zu Beginn wunderbar. Bei jedem Elch wurde geknippst, das passierte dann in Lappland aber jeden Tag, so dass die Euphorie etwas abklang. Später hab ich gelesen, die relative große Zahl an Elchen in Menschennähe ist auf die zunehmende Hitze auch in Finnland zurückzuführen, da sie frisches Wasser suchen: beim Stern z.B. Auf dem Uruniemi Campingplatz angekommen, führte mich der Campingwart auf einen exponierten Stellplatz, juhhuu. Dort sah ich auch ein Chemnitzer Kennzeichen und war schnell im Gespräch mit einer Frau, die mit ihren beiden Kindern eine Rundreise in nördlichen Gefilden machte. Der Abend gehörte dem Bierchen am Inarijärvi - See.

Zum Video: Rentiere unterwegs

Zum Video: Seeblick

Zum Video: Rentiere in Inari

Tag 9

Inari - Nordkap

Am Vortag, im Gespräch mit der Chemnitzerin, hatte ich schon überlegt wie die Reise weitergeht. Es gäbe noch so viel in Lappland zu erkunden, aber der Reiz auf das Nordkap war stärker. Jetzt ist man schon so nah dran, warum dann weglassen. Zumal das langsam immer sonniger werdende Wetter Mitternachtssonne versprach. Trotzdem waren noch knapp 400 km zu bewältigen, es machte aber immer mehr Spaß, je aufregender die Landschaft wurde. Am frühen Nachmittag war ich dort, fast alle Stellplätze waren belegt. Aber mein Mini-Camper passte noch in ne Lücke. Da standen teilweise wandelnde Einfamilienhäuser rum :-) Es hatte sich gelohnt: sonniges Wetter zum Wandern und Entdecken. Ein junger Mann spielte ein geniales Klavierstück auf dem Piano in der Nordkap-Halle und im Untergeschoss lief der herrliche Film hier: The North Cape. Am Abend war ich etwas kaputt von der Fahrt und stellte mir den Wecker auf ne Stunde vor Mitternacht. Als ich aus dem Camper kam, wunderte ich mich zuerst wo die Menschenmassen herkamen. Zig Busse hatten Touristen am Kap ausgekippt. Und es lohnte sich für alle, ein Wahnsinns-Panorama.

Tag 10

Nordkap - Ivalo

Am nächsten Morgen fuhr ich fast diesselbe Strecke zurück, etwas mehr in den Süden bis Ivalo. Auf dem hiesigen Campingplatz Ivalo River Camping hatte ich es erstmals mit den berüchtigten finnischen Mücken zu tun. Wahrscheinlich weil der Platz hier windgeschützt am Fluss lag. Bei der alltäglichen Biketour sah ich wieder Rentiere an Badestränden, scheu waren die Tiere kaum noch.

Tag 11

Ivalo - Kuusamo

An der Westküste bin ich nordwärts gefahren, der Weg südwärts führt mehr durch das Landesinnere. Hier wurde es teilsweise so ruhig auf den Straßen dass man zweifelte auf der richtigen Route zu sein. Idyllische Seen und Wälder Im Ski-Dorf Ruka machte ich eine Wanderpause, auch hier wieder Herden von Rentieren. So lag dann auch mein Campingplatz Petäjäkylä - Pinevillage an einem ruhigen See. Nach einer Biketour in den Ort Kuusamo war entspanntes Baden im gar nicht so kalten See angesagt.

Zum Video: Rentiere in Ruka

Tag 12

Kuusamo - Kuopio

Auf der Fahrt nach Kuopio befindet sich neben der Straße eine Kunst-Installation: Quiet (silent) people. Sieht schon befremdlich aus, vielleicht zum Nachdenken geeignet. Am Campingplatz im Ferienzentrum Rauhalahti angekommen, ging es erstmal baden im leicht überfüllten See. Danach fuhr ich mit dem Rad nach Kuopio, ein recht ansehnlicher Ort am Kallavesi-See.

Tag 13

Kuopio - Porvoo

Nach der unspektakulären Fahrt Richtung Porvoo war ich schon wieder an der Südküste. Leider lag der Sun Camping Platz hier an keinerlei Gewässer, so versuchte ich an der Innenstadt Porvoo vorbei an den Finnischen Meerbusen zu wandern. Allerdings war alles derart mit Privatgrundstücken zugepflastert, dass ich nach mehreren Kilometern umkehren musste. So schlenderte ich noch ne Weile durch den Ort, einige Aussichts-Dampfer legten hier ab, um mich am Ende dem Abschiedsbiere hinzugeben :-) Letzter Abend auf finnischem Festland ...

Tag 14

Porvoo - Helsinki

Sehr zeitig bin ich heute los, denn ich wollte vor der Einschiffung noch Helsinki anschauen. Problem war es einen zentrumsnahen Parkplatz zu finden. Am Vorabend hatte ich noch recherchiert, aber nix wirklich Nützliches gefunden. Glücklicherweise stand irgendwo kurz vor Helsinki ein Schild "Park & ride". An einem Supermarkt-Parkplatz war die S-Bahn Station. Gerettet, so konnte ich noch einige Stunden bei glasklarem Himmel durch Helsinki bummeln. Pünktlich auf der Fähre durfte ich noch einen satten Sonnenuntergang geniessen. Danke Finnland :-)

Zum Video: Wind auf der Fähre

Tag 15

Ankunft Travemünde

Mit ähnlich schönen Wetter begrüßte uns Travemünde. Die Einfahrt in den Hafen war spektakulär: Unser Riesenpott (Finnlady) fuhr durch die enge Hafeneinfahrt und an der Uferpromenade war Party. Laute Musik, die Leute winkten, denen muss es vorgekommen sein als fahren 3 Elfgeschosser in den Hafen ein :-) Ok, das war's. Nächstes Mal würde ich leicht anders planen, aber landschaftlich war der Abstecher in den Norden wunderschön.

Zum Video: Einfahrt in Travemünde