Paris

Frankreich

Eiffelturm

Vom Paris Charles de Gaulle Airport fuhren wir mit dem Flughafentransfer Bus zur Metrostation Opéra. Da mußten wir umsteigen, erst mal in das Hotel etwas außerhalb, zum Gepäck abladen. Wir taten uns am Anfang schwer mit dem sehr gut ausgebauten Metronetz, einmal kapiert, war es für uns das beste Verkehrsmittel hier. Wieder zurück aus dem Hotel und irrtümlich wieder bei Opéra ausgestiegen, wollten als erstes zum Eiffelturm und liefen über den großen Place de la Concorde Richtung Seine. Der 24 m hohe Obelisk auf dem Platz ist aus Luxor. Dieser Granit-Monolith ist ein Geschenk aufgrund der Leistungen von Jean-François Champollion, der die Hieroglyphen entzifferte.

In Assuan hatte ich mal einen Steinbruch der alten Ägypter gesehen. Die hatten die schon harten Granitblöcke mit Steinhämmern aus noch härterem Dolerit heraus geschlagen. Das dauert ewig, was passiert, wenn er kurz vor Fertigstellung oder beim Transport zerbricht? Unvorstellbar. Daran dachte ich, während wir über den Pont de la Concorde das Seine-Ufer wechselten. Nach einem Stück die Seine entlang, standen wir vor dem 324 m hohen Stahlkoloss ausgeklügelter Ingenieurskunst. Der 1889 für die Weltausstellung errichtete Eiffelturm ist noch heute das höchste Bauwerk von Paris. Er war von Anfang an umstritten und sollte ursprünglich nach 20 Jahren wieder abgebaut werden, heute ist er das Wahrzeichen von Paris. Skurillste Dinge wurden schon mit dem Turm angestellt. Extremsportler hatten den Turm für sich entdeckt.

Ob Fallschirmspringer, Kletterer, Piloten, selbst Inline-Skater probierten sich hier. Eine amerikanische Aktivistin hat den Turm sogar geheiratet, Objektsexualität nennt sie das 🙂. Das hält uns alles nicht davon ab, das Bauwerk als ingenieurtechnische Meisterleistung zu betrachten. In der obersten der 3 Etagen sieht man das Arbeitszimmer Eiffels, die Wachsfigur von Erfinder Thomas Edison sitzt ihm gegenüber. Über Treppen kamen wir dann darüber zur Freiluft-Plattform, gigantische Aussichten über ganz Paris erwarteten uns.

Kathedrale Notre-Dame de Paris

Die unteren beiden Etagen liefen wir langsam in den Pfeilern den Turm hinunter. Beeindruckt, ließen wir uns eine Weile auf dem großen Wiesen des Champ de Mars nieder. Dann brachen wir zur Kathedrale Notre-Dame auf, ein Teil der Strecke führte schön unten am Seine-Ufer entlang. An der Pont des Arts, welche an das andere Ufer zum Louvre führt, sahen wir die vielen Liebesschlösser am Geländer. Damals noch übersichtlich, wird die kritische Masse mittlerweile wohl zu hoch. Unter der Last von Unmengen Schlössern, ächzen die Geländer. Kiloweise Schlösser könnten hinunterfallen auf die zahlreichen Touristenboote auf dem Fluss und Leute verletzen, so die Kritiker. Wir mussten weiter am Pont Neuf vorbei und erreichten über die Pont Saint-Michel die Seine-Insel Île de la Cité.

Hier stellten wir uns in die lange Schlange der Kathedralsbesucher. Die frühgotische Kathedrale Notre-Dame de Paris wurde über einem Vorgängerbau aus dem 6 Jhd. errichtet, 1163 begonnen, dauerte der Kirchenbau etwa 200 Jahre. Durch das wundervolle Hauptportal der Westfassade mit dem großen bunten Rosenfenster von 12 m Durchmesser betraten wir den imposanten Raum. Große Mosaike der Fenster warfen farbiges Licht in das 130 m lange Kirchenschiff. Beeindruckend. Im Verlauf der französischen Revolution wurde hier drinnen einiges zerstört, Statuen enthauptet und zerstört, Schätze geplündert. Erst Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre-Dame brachte dem schönen Gebäude wieder mehr Aufmerksamkeit, es folgte nach 1844 eine umfassende Restaurierung.

Nach dem zerstörerischen Feuer im April 2019, welches die Welt berührte, ist der Status quo im Oktober 2021: Stabilisierung und Sicherung des Bauwerks ist abgeschlossen. Es können die eigentlichen Restaurierungsarbeiten starten. Wahnsinn, wenn man überlegt wieviele Jahre feinste Handwerkkunst in der Kathedrale steckten. Hier befindet sich auch der Kilomètre zéro, ein Referenzpunkt in Form ein Bronzesterns, vor der Kathedrale, heute noch für wichtige Entfernungsangaben genutzt. Für uns war der sonnige Tag gelaufen, wir konnten noch Bilder der unbeschädigten Kathedrale machen und fuhren, gerührt von den schönen Eindrücken, mit der Metro in die Unterkunft.

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